Mittwoch, 26. März 2014

Ausstellung im Frauenmuseum Wiesbaden

Die Künst­le­rin­nen Au­gus­ta Kai­ser (1895-​1932) und Hed­wig Mar­quardt (1884–1969) be­geg­nen sich 1922. Trotz schwie­ri­ger Zeit­um­stän­de und den frü­hen Tod von Au­gus­ta Kai­ser hin­ter­las­sen die Künst­le­rin­nen ein um­fang­rei­ches Werk, in dem sich Viel­fäl­tig­keit und Ex­pe­ri­men­tier­freu­de wie­der­spie­geln.

Die Schau zeigt Ke­ra­mi­ken, Ma­le­rei, Zeich­nun­gen sowie Brie­fe und Fo­to­gra­fi­en aus dem Nachlass.

Samm­lun­gen
Lau­rence Marsh (GB), Dr. W.J.R. van Ou­wer­kerk (NL), Joa­chim und An­ge­li­ka Ko­nietz­ny (D)


1922 lernt die in Wies­ba­den auf­ge­wach­se­ne Au­gus­ta Kai­ser die Künst­le­rin Hed­wig Mar­quardt in Karls­ru­he ken­nen und lie­ben. 1924 zie­hen die bei­den Künst­le­rin­nen nach Kiel, wo sie für die Kie­ler Kunst-​Ke­ra­mik AG ar­bei­ten. Hier ent­ste­hen in­ner­halb eines Jah­res zahl­rei­che Ke­ra­mi­ken: Vasen, De­ckel­do­sen, Wand­tel­ler, ke­ra­mi­sche Klein­plas­ti­ken und bau­ke­ra­mi­sche Ent­wür­fe.
Zwi­schen 1925 und 1927 ar­bei­ten Kai­ser und Mar­quardt als freie Künst­le­rin­nen in Biere, in der von ihnen ei­gens ge­grün­de­ten „Werk­stät­te für an­ge­wand­te Kunst“. Da­nach lebt Kai­ser mit ihrer Le­bens­part­ne­rin in Han­no­ver, wo diese eine An­stel­lung als Kunst­er­zie­he­rin an­nimmt. Sie selbst tritt als Künst­le­rin nicht mehr her­vor. Nach einer jah­re­lan­gen Brust­krebs­er­kran­kung kehrt sie in ihr El­tern­haus zu­rück. Au­gus­ta Kai­ser stirbt 1932 in Wies­ba­den, Hed­wig Mar­quardt 1969 in Han­no­ver.
Des Wei­te­ren be­leuch­tet die Aus­stel­lung ex­em­pla­risch die Aus­bil­dungs­si­tua­ti­on von Künst­le­rin­nen im be­gin­nen­den 20. Jahr­hun­dert. Erst 1919 – durch die Wei­ma­rer Ver­fas­sung und die darin fest­ge­leg­te Gleich­stel­lung von Mann und Frau – wer­den Frau­en zum Stu­di­um an staat­li­chen Aka­de­mi­en zu­ge­las­sen. Zwar gibt es vor­her schon eine zö­ger­li­che Zu­las­sung für Frau­en, diese ist je­doch mit Ein­schrän­kun­gen ver­bun­den, z.B. die Teil­nah­me an Akt­zei­chen-​ und Ana­to­mie­kur­sen ist Frau­en aus Grün­den der Schick­lich­keit nicht ge­stat­tet.

Aus­stel­lungs­dau­er: 3. No­vem­ber 2013 bis 31. Mai 2014
Öff­nungs­zei­ten: Mi, Do 10 – 17 Uhr | Sa, So 12 – 17 Uhr
ge­schlos­sen 12.​12.​13 – 11.​1.​14, 1./2.​3.​14, 19./20.​4.​14

Wei­te­re Infos unter www.​frauen­mu­se­um-​wies­ba­den.​de