Donnerstag, 13. Februar 2014

Ball des Sports in WI: Danke!

Am letz­ten Sams­tag setz­ten wir von War­mes Wies­ba­den und etwa 25 wei­te­re Teil­neh­mer_in­nen ein ge­mein­sa­mes Zei­chen gegen die in Russ­land be­gan­ge­nen und staat­lich or­ga­ni­sier­ten Re­pres­sio­nen und Dis­kri­mi­nie­run­gen von Les­ben, Schwu­len, Bi- und Trans­se­xu­el­len. Wir zeig­ten un­se­re So­li­da­ri­tät mit den in Russ­land le­ben­den Men­schen sowie mit den Sport­le­rin­nen und Sport­lern, die an den Olym­pi­schen Spie­len in Sot­schi teil­neh­men. Der Hes­si­sche Rund­funk (ab 05:50), der Wies­ba­de­ner Ku­rier, die Frank­fur­ter All­ge­mei­ne Zei­tung und die Frank­fur­ter Rund­schau haben be­rich­tet.

Wir dan­ken allen Teil­neh­mer_in­nen, un­se­rem Ober­bür­ger­meis­ter Sven Ge­rich und dem Vor­sit­zen­den der Deut­schen Sport­hil­fe Dr. Micha­el Il­g­ner für ihre Un­ter­stüt­zung. Diese Zei­chen, die wir set­zen, sind wich­tig und rich­tig.

Schwul­sein, Les­bisch­sein, Bi- oder Trans­se­xu­ell­sein, das ist eben keine Frage des Wol­lens, des Wün­schens, son­dern eine Frage der Iden­ti­tät, des Mensch­s­eins. Die Olym­pi­sche Char­ta muss ernst ge­nom­men wer­den und dis­kri­mi­nie­rungs­freie Spie­le müs­sen eine Selbst­ver­ständ­lich­keit sein, damit das, was wirk­lich im Mit­tel­punkt ste­hen soll, näm­lich der Sport­ler bzw. die Sport­le­rin und ihre sport­li­che Leis­tung sowie die Be­geis­te­rung aller Fans aus allen Na­tio­nen, auch wirk­lich im Mit­tel­punkt ste­hen kön­nen.
Für die Olym­pi­schen Spie­le in Sot­schi gilt das lei­der nicht. In Russ­land wer­den homo-, bi- und trans­se­xu­el­le Men­schen sys­te­ma­tisch aus­ge­grenzt und sogar von Schlä­ger­trupps zu­sam­men­ge­schla­gen. Un­zäh­li­ge Vi­de­os fin­den sich hier­zu auf youtu­be, auch Human Rights Watch hat an­läss­lich des Be­ginns der Olym­pi­schen Spie­le in Sot­schi hier­zu ein Auf­klä­rungs­vi­deo ver­öf­fent­licht.
Die Si­tua­ti­on in Russ­land ist be­drü­ckend und be­schä­mend. Es ist ab­so­lut in­ak­zep­ta­bel, wenn ein Prä­si­dent, der diese Si­tua­ti­on zu ver­ant­wor­ten hat, ho­fiert wird.
Gleich­zei­tig wer­den die Sport­le­rin­nen und Sport­ler mun­ter daran er­in­nert, dass sie keine po­li­ti­schen State­ments ab­ge­ben dür­fen und im Zwei­fel eben auch nicht zu dem ste­hen dür­fen, was der ein oder an­de­re viel­leicht ist: schwul, les­bisch, bi oder trans*.
Diese Angst vor po­li­ti­scher Pro­pa­gan­da geht sogar so weit, dass das nor­we­gi­sche Team der Lang­läu­fe­rin­nen vom IOC ab­ge­mahnt wird, weil es an­läss­lich eines To­des­falls im Trau­er­flor an den Start ge­gan­gen ist, um ge­mein­sam der Trau­er Aus­druck zu ver­lei­hen. Der Grund: Das Tra­gen eines Trau­er­flors wird nach Regel 50.3 der Olym­pi­schen Char­ta als po­li­ti­sche De­mons­tra­ti­on ver­stan­den. Das soll eine po­li­ti­sche De­mons­tra­ti­on sein? Das kann ja wohl nicht wahr sein!
Was sind Sport­le­rin­nen und Sport­ler, mag man sich da fra­gen. Sind sie Leis­tungs­ma­schi­nen, denen jed­we­de Mensch­lich­keit un­ter­sagt wird oder sind sie eben doch das, was wir alle sind: Men­schen mit mensch­li­chen Emp­fin­dun­gen und Be­dürf­nis­sen.

Ge­währ­leis­tet in Zu­kunft dis­kri­mi­nie­rungs­freie Spie­le! Für die Men­schen, mit den Men­schen, so wie sie sind. Ohne Dis­kri­mi­nie­rung, mit Re­spekt und Ak­zep­tanz für­ein­an­der, denn: Liebe ist keine Pro­pa­gan­da!

Ball des Sports mit Gerich